Weisheiten - Kolumne mit Shihan G. Bauer

"Der Weg zum Erfolg kennt keine Abkürzung!" (Februar 2012)

 

Diesen Aphorismus liest man immer wieder - und geht meistens darüber hinweg, ohne sich Gedanken zu machen, was damit gemeint ist. Doch gerade in den Kampfkünsten sieht man immer wieder, dass Sportler den schnellen Wettkampferfolg suchen oder in möglichst kurzer Zeit eine möglichst hohe Graduierung anstreben. Natürlich ist es verständlich, dass ein Anfänger es kaum erwarten kann, bis er endlich den weißen Gürtel ablegen und sich als Gelbgurt zu den Fortgeschrittenen rechnen darf. Und ebenso nachvollziehbar ist der Wunsch, mit dem schwarzen Gürtel das Erkennungszeichen für einen Meistergrad zu tragen.

Bei alledem darf aber nicht vergessen werden, dass nicht die Farbe des Gürtels das Können bestimmt. Sprich jemand ist nicht deshalb ein guter Kampfsportler, weil er einen blauen, brauen, schwarzen oder gar rot-weißen Gürtel trägt. Vielmehr wird umgekehrt ein Schuh d'raus: Zuerst kommt das Können - und die Gürtelfarbe trägt dem dann Rechnung. Ohne die entsprechenden Fähigkeiten ist eine Graduierung nämlich nichts wert!  Auf die Frage, wie man am schnellsten zum schwarzen Gürtel kommt, antworte ich seit vielen Jahren immer gleich: Man geht in ein Sportgeschäft und kauft ihn sich. Was man dort aber nicht kaufen kann: die Erfahrung und der Schweiß in vielen Trainingsstunden. Doch erst dadurch  bekommt der Gürtel seinen Wert.

 

In diesem Sinne:

Viel Freude beim fleißigen Üben!